1. Was ist Open Source Intelligence (OSINT)?
Open Source Intelligence (OSINT) ist die disziplinierte Erfassung, Bewertung und Verknüpfung frei zugänglicher, legaler und unklassifizierter Daten zur Gewinnung präziser Lagebilder.
In der Cybersicherheit nutzen Penetrationstester OSINT zur Lokalisierung exponierter Systeme, während Sicherheitsteams (Blue Teams) ihre Angriffsfläche vor unbefugten Zugriffen gezielt minimieren.
2. Passive vs. Aktive Aufklärung
Fragt ausschließlich öffentliche Vermittler ab (Certificate Transparency Logs, DoH-Resolver, RDAP/WHOIS-Registrierungsstellen). Das Zielsystem empfängt keine Pakete und bemerkt die Untersuchung nicht.
Interagiert direkt mit Ziel-IPs über Portscans (SYN/ACK), Banner-Grabbing und Web-Fuzzing. Wird von IDS-Systemen und Web Application Firewalls (WAF) umgehend protokolliert.
3. Infrastruktur- & Domain-Intelligence
Zentrale passive Methoden zur Entdeckung verborgener Unternehmensnetzwerke:
- Certificate Transparency Enumeration: Auffinden interner Subdomains (z. B.
vpn.corp.com,staging.api.com) über öffentliche TLS-Merkle-Bäume. - BGP Autonomous System Mapping: Ermittlung der vom ASN des Unternehmens angekündigten CIDR-IP-Routen.
- MX- und SPF-Eintragsanalyse: Prüfung von TXT-Einträgen zur Erkennung genutzter Cloud-Dienste (wie SendGrid, Mailgun oder Zendesk).
4. Datei- & Medien-Metadatenanalyse
Im Internet veröffentlichte Bilder und Dokumente enthalten oft unbereinigte Metadaten:
- EXIF-GPS-Koordinaten: Exakte Breiten- und Längengrade in Kamera- und Smartphone-Bildern.
- Autoren- & Software-Tags: Betriebssystem-Benutzernamen, Build-Versionen und Druckerseriennummern in Office- und PDF-Dateien.
5. Defensives OSINT & Angriffsflächenmanagement
Unternehmen führen proaktiv defensive OSINT-Scans durch, um verwaiste Test-Subdomains stillzulegen, versehentlich auf GitHub hochgeladene API-Schlüssel zu widerrufen und Sicherheitslücken präventiv zu schließen.