In modernen zustandslosen Microservices und OAuth 2.0 / OpenID Connect-Infrastrukturen dienen JSON Web Tokens (JWT) als Standardmechanismus (RFC 7519) zur sicheren Übertragung von Identitätsnachweisen.
1. Die 3-teilige Token-Anatomie
Ein JWT besteht aus drei durch Punkte (.) getrennten Base64URL-kodierten Abschnitten:
2. Standard-Claims (iss, exp, sub, iat)
iss(Issuer): Ausstellende Instanz des Tokens.sub(Subject): Eindeutige Benutzer- oder Mandanten-ID.exp(Expiration Time): Unix-Zeitstempel für den Ablauf des Tokens.iat(Issued At): Erstellungszeitpunkt des Tokens.
3. Symmetrische (HS256) vs Asymmetrische (RS256) Signierung
HS256 (HMAC-SHA256) verwendet einen gemeinsamen geheimen Schlüssel. RS256 (RSA-SHA256) nutzt einen privaten Schlüssel zum Signieren und einen öffentlichen Schlüssel (JWKS) zur Verifizierung durch Dritte ohne Weitergabe von Signierschlüsseln.
4. Kritische Sicherheitsfallen und Schwachstellen
Typische Schwachstellen sind das Akzeptieren von "alg": "none", das Speichern sensibler Tokens im localStorage (XSS-Gefahr) und die fehlende Signaturprüfung vor Verwendung der Payload-Daten.